ifo: Deutsche Rüstungsunternehmen produzieren eher für den Export als für die Bundeswehr

Deutsche Rüstungsunternehmen bedienen primär den Exportmarkt. Dies geht aus einer aktuellen Studie des ifo Instituts hervor, die den Zusammenhang zwischen Rüstungsproduktion, Rüstungsexporten und Verteidigungsausgaben in verschiedenen Ländern untersucht. „Die Ausstattung der Bundeswehr spielt für die Rüstungsindustrie in Deutschland eine eher nachrangige Rolle“, erklärt Johannes Blum, Wissenschaftler und Autor der Studie.

Bei einem Vergleich der größten Player in der globalen Rüstungsindustrie lassen sich Unterschiede zwischen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen erkennen. „In einigen Ländern spiegeln sich die Umsätze der weltweit größten Rüstungsunternehmen vornehmlich in den Verteidigungsausgaben, in anderen Ländern vornehmlich in den Rüstungsexporten wider“, sagt Blum.

Blum hat für die Studie den Zusammenhang zwischen den Umsätzen der 100 größten Rüstungsunternehmen, dem Ex- und Import größerer konventioneller Waffen sowie den Verteidigungsausgaben eines Landes für den Zeitraum 2002-2016 für 21 Länder untersucht. Die Analyse von Angebot und Nachfrage nach Rüstungsgütern erlaubt hierbei Rückschlüsse auf die einzelnen Rüstungsindustrien. Rüstungsunternehmen von Großmächten wie den USA und Russland bedienten im Beobachtungszeitraum vornehmlich den eigenen Bedarf an Rüstungsgütern, während die Rüstungsumsätze von deutschen Unternehmen hauptsächlich exportgetrieben waren.

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