Statt Vermögensteuer: Stifter dringen auf Reform des Stiftungsrechts

In der Debatte über die Wiedereinführung der Vermögensteuer hat der Bundesverband Deutscher Stiftungen moderne Möglichkeiten des Gebens und Investierens gefordert.

„Zur Bewältigung des Klimawandels, der Energiewende, der Bildungsungleichheit, der ländlichen Versorgungskrise, der wachsenden Ursachen für Flucht und vieler anderer Herausforderungen sind neben öffentlichen Mitteln private, gemeinnützige Vermögen entscheidend“, sagte der Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Felix Oldenburg, dem Handelsblatt. „Wir brauchen aber eine Diskussion über neue Wege, mit privaten Vermögen systematisch und langfristig zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beizutragen.“

Nach Vorstellungen der SPD sollen die Besitzer der größten Vermögen in Deutschland für eine Vermögensteuer ein bis 1,5 Prozent pro Jahr an den Staat zah len. Besteuert werden sollen Grundbesitz, Immobilien, Unternehmensanteile und Barvermögen. Die Steuer soll dem Staat rund zehn Milliarden Euro pro Jahr in die Kasse spülen.

Nach Schätzungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen könnten sich in den kommenden fünf Jahren indes 20 bis 40 Milliarden Euro mit neuen „Sinnangeboten“ mobilisieren lassen. „Die Zeit drängt, nicht nur hinsichtlich der zu lösenden Probleme, sondern auch hinsichtlich einer politisch immer schärferen Vermögenskritik“, mahnt Stifter-Generalsekretär Oldenburg und forderte eine Reform des Stiftungsrechts. „Um ein zeitgemäßes Sinnangebot für private Vermögen zu machen, würde es schon helfen, wenn die Bundesregierung die versprochene Reform des Stiftungsrechts nicht länger in der Schublade liegen lässt.“

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